Schwebfliegen im Garten – wertvolle Nützlinge gegen Blattläuse

Sie sehen ein wenig aus wie Wespen und können nahezu auf der Stelle in der Luft schweben: Schwebfliegen gehören zu den spannendsten Nützlingen im Garten.

Die erwachsenen Tiere besuchen Blüten und tragen zur Bestäubung bei. Die Larven vieler Schwebfliegenarten wiederum ernähren sich von Blattläusen und können dabei helfen, deren Bestände auf natürliche Weise zu regulieren.

Wer Schwebfliegen im Garten entdeckt, darf sich deshalb freuen – sie sind ein wertvoller Teil eines lebendigen Gartens.


🌿 Kurz & übersichtlich

  • Nützling: Schwebfliege (Familie Syrphidae)
  • Erkennen: häufig gelb-schwarz gezeichnet, nur ein Flügelpaar
  • Gefährlich? Nein – Schwebfliegen besitzen keinen Stachel
  • Erwachsene Tiere: ernähren sich vor allem von Nektar und Pollen
  • Larven: viele Arten fressen Blattläuse, andere haben ganz andere Lebensweisen
  • Fördern: viele verschiedene Blüten anbieten und Insektizide möglichst vermeiden
  • Besonders wertvoll: als Bestäuber und – je nach Art – als natürliche Gegenspieler von Blattläusen

Wie erkenne ich eine Schwebfliege?

Viele Schwebfliegen erinnern mit ihrer gelb-schwarzen Zeichnung an Wespen oder Bienen.

Das dient der Mimikry: Ihr Aussehen ähnelt wehrhaften Insekten, obwohl Schwebfliegen selbst keinen Stachel besitzen.

Typische Merkmale sind:

  • nur ein Flügelpaar
  • häufig gelbe, orangefarbene oder helle Zeichnungen
  • große Augen
  • meist kurze Fühler
  • die Fähigkeit, nahezu auf der Stelle zu schweben

Bienen und Wespen besitzen dagegen zwei Flügelpaare.

Wichtig: Es gibt sehr viele unterschiedliche Schwebfliegenarten. Nicht jede ist gelb-schwarz und manche Arten lassen sich nur schwer sicher bestimmen.

Schwebfliege auf einem grünen Blatt als Nützling im Garten.


Warum sind Schwebfliegen im Garten so wertvoll?

Schwebfliegen erfüllen gleich mehrere wichtige Aufgaben.

1. Viele Schwebfliegenlarven fressen Blattläuse

Die Larven zahlreicher Arten leben räuberisch und ernähren sich unter anderem von Blattläusen.

Ein Beispiel ist die häufige Gebänderte Schwebfliege (Syrphus ribesii): Während die erwachsenen Tiere Nektar aufnehmen, ernähren sich ihre Larven von Blattläusen.

Deshalb lohnt es sich, bei einer Blattlauskolonie genau hinzusehen, bevor eingegriffen wird.

Vielleicht sind bereits natürliche Gegenspieler unterwegs.

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2. Erwachsene Schwebfliegen sind Bestäuber

Erwachsene Schwebfliegen besuchen Blüten, um Nektar und Pollen aufzunehmen.

Beim Wechsel von Blüte zu Blüte können sie Pollen übertragen und tragen damit zur Bestäubung bei. Schwebfliegen zählen deshalb neben Bienen und anderen blütenbesuchenden Insekten zu den wichtigen Bestäubern.


Nicht jede Schwebfliegenlarve frisst Blattläuse

Die Familie der Schwebfliegen ist ausgesprochen vielfältig. Je nach Art leben die Larven ganz unterschiedlich.

Einige fressen Blattläuse, andere ernähren sich beispielsweise von:

  • verrottendem Pflanzenmaterial
  • organischen Stoffen im Wasser
  • anderem zersetzendem Material

Bei manchen Arten entwickeln sich die Larven sogar in Nestern anderer Insekten.

Die Larven vieler Schwebfliegenarten sind wertvolle natürliche Gegenspieler von Blattläusen.


Schwebfliegen im Garten fördern

Schwebfliegen brauchen vor allem eines: ein möglichst kontinuierliches Blütenangebot.

Geeignet sind beispielsweise:

  • Dill
  • Fenchel
  • Schafgarbe
  • Ringelblumen
  • Wilde Möhre
  • weitere offene, gut zugängliche Blüten

Verschiedene Pflanzen mit unterschiedlichen Blütezeiten sorgen dafür, dass über einen möglichst langen Zeitraum Nektar und Pollen vorhanden sind.

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Vorsicht mit Pflanzenschutzmitteln

Wer Schwebfliegen und andere Nützlinge fördern möchte, sollte Insektizide möglichst vermeiden beziehungsweise nur sehr gezielt und entsprechend der jeweiligen Anwendungshinweise einsetzen.

Denn eine Behandlung gegen Blattläuse kann auch die natürlichen Gegenspieler treffen.

Sind bereits Schwebfliegenlarven, Marienkäfer oder andere Blattlausjäger vorhanden und hält sich der Befall in Grenzen, kann es sich lohnen, die Entwicklung zunächst zu beobachten. Förderung von Schwebfliegen sind unter anderem eine vielfältige Blütenbepflanzung und das möglichst weitgehende Vermeiden von Insektiziden.

👉Marienkäferlarven – natürliche Helfer gegen Blattläuse


🌿 Häufige Fragen zu Schwebfliegen

Sind Schwebfliegen gefährlich?

Nein. Schwebfliegen besitzen keinen Stachel und können nicht stechen. Ihre Ähnlichkeit mit Wespen und Bienen dient lediglich als Schutz.

Fressen Schwebfliegen Blattläuse?

Die erwachsenen Schwebfliegen nicht. Sie ernähren sich überwiegend von Nektar und Pollen. Die Larven vieler Arten sind dagegen räuberisch und fressen unter anderem Blattläuse.

Wie locke ich Schwebfliegen in den Garten?

Mit einem vielfältigen Angebot an Blüten über möglichst viele Monate. Besonders gut zugängliche Blüten bieten erwachsenen Schwebfliegen Nahrung.

Wann sind Schwebfliegen aktiv?

Das unterscheidet sich je nach Art. Viele Arten sind vom Frühjahr bis in den Herbst zu beobachten. Einzelne häufige Arten treten beispielsweise von März beziehungsweise April bis November auf.

Wo legen Schwebfliegen ihre Eier ab?

Das hängt von der Art ab. Blattlausfressende Arten können ihre Eier in der Nähe von Blattlauskolonien ablegen, sodass die Larven nach dem Schlupf Nahrung finden. Andere Schwebfliegenarten nutzen völlig andere Lebensräume für ihre Larven.

Sind Schwebfliegen wichtige Bestäuber?

Ja. Erwachsene Schwebfliegen besuchen Blüten für Nektar und Pollen und tragen dabei zur Bestäubung bei.


🌸 Fazit

Schwebfliegen sind gleich doppelt wertvoll für den Garten: Die erwachsenen Tiere besuchen und bestäuben Blüten, während die Larven vieler Arten Blattläuse fressen.

Ein vielfältiger Garten mit vielen Blüten und möglichst wenig unnötigem Insektizideinsatz bietet ihnen gute Bedingungen.

Und wenn über einer Blüte plötzlich ein kleines gelb-schwarzes Insekt scheinbar in der Luft stehen bleibt, lohnt sich ein genauer Blick – vielleicht ist gerade einer dieser stillen Gartenhelfer zu Besuch.


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