Tomaten verarbeiten: 7 einfache Ideen für deine Ernte

Wenn im Sommer plötzlich mehr Tomaten reif werden, als wir frisch essen können, beginnt für mich einer der schönsten Teile der Tomatenzeit: die Ernte für später haltbar zu machen.

Aus reifen Gartentomaten lässt sich mit wenigen Zutaten unglaublich viel machen. Neben den Klassikern wie Tomatensoße und Tomatensuppe kannst du auch Tomatensaft, konzentriertes Tomatenmark oder sogar dein eigenes Tomatenpulver herstellen.

Hier findest du meine liebsten einfachen Möglichkeiten, Tomaten zu verarbeiten – ohne komplizierte Zutaten und so, dass möglichst wenig von der Ernte verloren geht.

🌿 Tomaten verarbeiten – welche Methode passt zu deiner Ernte?

Wenn du … Dann eignet sich besonders
sehr viele reife Tomaten hast Tomatensoße
weiche, sehr reife Tomaten hast Tomatensuppe oder Tomatensaft
besonders aromatische Tomaten hast Ofentomaten
viele kleine oder überschüssige Tomaten hast Trocknen
wenig Platz im Vorratsschrank hast Tomatenmark oder Tomatenpulver
gerade keine Zeit zum Verarbeiten hast Einfrieren
am Saisonende grüne Tomaten hast Nachreifen lassen

Mein Tipp: Du musst aus einer großen Ernte nicht zehn verschiedene Dinge machen. Eine gute Tomatensoße als Basis, etwas Suppe und ein oder zwei besondere Vorräte reichen völlig.


Muss ich Tomaten vor dem Verarbeiten häuten?

Nein. Für die meisten Rezepte kannst du Tomaten mit Schale verarbeiten. Bei Soßen und Suppen sorgt das Häuten oder Passieren lediglich für eine feinere Konsistenz. Für Tomatensaft kannst du die Früchte mit Schale weich kochen und anschließend passieren.

Tomaten einfach häuten:
Die Haut an der Unterseite kreuzweise einritzen, die Tomaten kurz in kochendes Wasser geben und anschließend kalt abschrecken. Danach lässt sich die Haut meist leicht abziehen.


1. Tomatensoße selber machen – mein einfaches Basisrezept

Selbstgemachte Tomatensoße aus frischen Tomaten im Topf und portionsweise im Glas zum Einfrieren.

Wenn ich nur eine Sache aus einer großen Tomatenernte machen dürfte, wäre es Tomatensoße.

Eine schlichte Grundsoße ist später viel vielseitiger als eine stark gewürzte Pastasoße. Du kannst daraus im Winter Pasta, Pizza, Lasagne, Suppen oder Aufläufe machen.

Für etwa 1 kg Tomaten:

  • 1 kg vollreife Tomaten
  • 1 Zwiebel
  • 1–2 Knoblauchzehen
  • 1 EL Olivenöl
  • Salz nach Geschmack

Zwiebel und Knoblauch fein schneiden und kurz im Olivenöl anschwitzen. Tomaten grob schneiden, dazugeben und alles etwa 30–45 Minuten ohne Deckel sanft köcheln lassen.

Anschließend pürieren. Wenn du eine besonders feine Soße möchtest, kannst du sie zusätzlich durch ein Sieb oder eine Flotte Lotte streichen.

💡 Warum ich die Basis schlicht halte:
Basilikum, Oregano, Chili oder andere Gewürze gebe ich lieber erst später passend zum jeweiligen Gericht dazu.

So bewahre ich meine Tomatensoße auf

Ich friere meine Tomatensoße am liebsten portionsweise ein. Das ist unkompliziert und ich muss beim Rezept nicht auf die besonderen Anforderungen beim Einkochen für eine ungekühlte Lagerung achten.

Dafür eignen sich zum Beispiel gefriergeeignete Schraubgläser, Glasbehälter oder wiederverwendbare Gefrierdosen. Ich portioniere die Soße direkt so, wie ich sie später für ein Essen brauche.

Bei Gläsern wichtig: Die Soße vollständig abkühlen lassen und das Glas nicht bis zum Rand füllen. Flüssigkeiten dehnen sich beim Gefrieren aus – deshalb ausreichend Platz nach oben lassen. Außerdem nur Gläser verwenden, die laut Hersteller zum Einfrieren geeignet sind.

🌿 Mein Tipp: Kleine Portionen sind besonders praktisch. So muss ich für eine schnelle Pizza oder eine kleine Soße nicht gleich einen großen Behälter auftauen.


2. Cremige Tomatensuppe – perfekt für sehr reife Tomaten

Cremige Tomatensuppe aus frischen Gartentomaten mit Basilikum

Sehr reife, weiche Tomaten müssen nicht aussortiert werden – solange sie noch einwandfrei sind, eignen sie sich wunderbar für eine cremige Tomatensuppe.

Besonders gern verwende ich dafür eine Mischung aus Fleischtomaten und kleineren aromatischen Tomaten. Die Suppe lässt sich anschließend portionsweise einfrieren und ist damit eine einfache Möglichkeit, einen Teil der Sommerernte für später aufzubewahren.

🌿 Mein Tipp: Ich friere Tomatensuppe am liebsten zunächst ohne Sahne oder Crème fraîche ein und verfeinere sie erst nach dem Auftauen.

Mein vollständiges Rezept: Cremige Tomatensuppe aus frischen Gartentomaten – im Thermomix oder Topf


3. Tomatensaft selber machen

Selbstgemachter Tomatensaft im Glas mit frischen Tomaten

Tomatensaft ist nicht nur zum Trinken interessant. Er lässt sich auch als Grundlage für Suppen, Soßen und Schmorgerichte verwenden.

Einfacher Tomatensaft

  • 1 kg sehr reife Tomaten
  • etwas Salz
  • optional Basilikum oder Sellerie

Tomaten klein schneiden und in einem Topf erhitzen, bis sie weich werden und Saft austritt.

Etwa 10–15 Minuten sanft köcheln, anschließend pürieren und für einen feinen Saft durch ein Sieb oder eine Flotte Lotte passieren.

Mit etwas Salz abschmecken.

Fertig.

Den fertigen Tomatensaft im Kühlschrank aufbewahren und zeitnah verbrauchen oder portionsweise einfrieren.


4. Ofentomaten – wenn Tomaten noch aromatischer werden sollen

Langsam geröstete Ofentomaten mit Olivenöl und frischen Kräutern.

Das ist eine meiner liebsten Methoden für richtig aromatische Sommertomaten.

Tomaten halbieren und mit der Schnittfläche nach oben auf ein Backblech oder in eine Auflaufform legen.

Etwas Olivenöl, Salz und nach Wunsch Knoblauch, Thymian oder Rosmarin darübergeben.

Bei etwa 120–140 °C langsam rösten, bis sie weich geworden sind und deutlich Flüssigkeit verloren haben.

Je nach Größe dauert das ungefähr 1½–3 Stunden.

Dadurch konzentriert sich das Aroma.

Die Ofentomaten schmecken zu Pasta, auf Brot, zu Gemüse oder können püriert als intensive Soßenbasis verwendet werden.

🌿 Mein Tipp: Wenn ich die Ofentomaten nicht direkt verwende, lasse ich sie abkühlen und friere sie portionsweise ein. So habe ich später eine besonders aromatische Basis für Pasta, Suppen oder Soßen.


5. Tomatenmark selber machen

Selbstgemachtes Tomatenmark im Glas aus reifen Tomaten

Jetzt kommt ein kleiner Vorrats-Kick.

Aus erstaunlich vielen Tomaten wird erstaunlich wenig Tomatenmark – und genau darin liegt der Vorteil: viel Tomatengeschmack auf kleinem Raum.

Tomaten zunächst wie für eine einfache Soße weich kochen und anschließend fein pürieren bzw. passieren.

Danach die Masse bei niedriger Hitze unter regelmäßigem Rühren weiter reduzieren, bis sie deutlich dickflüssiger und konzentriert ist.

Du kannst das Tomatenmark beispielsweise in Eiswürfelformen portionsweise einfrieren.

Dann hast du später kleine Portionen für:

  • Suppen
  • Soßen
  • Eintöpfe
  • Pizza
  • Schmorgerichte

6. Tomaten trocknen – und daraus Tomatenpulver machen

Selbstgemachtes Tomatenpulver aus getrockneten Gartentomaten in einem kleinen Glas.

Tomatenpulver kennen viele gar nicht als Möglichkeit, die eigene Ernte zu verwerten.

Tomaten in dünne Scheiben schneiden und im Dörrautomaten oder Backofen bei niedriger Temperatur vollständig durchtrocknen.

Entscheidend ist wirklich vollständig trocken – die Stücke dürfen für eine trockene Lagerung keine Restfeuchtigkeit mehr enthalten.

Die getrockneten Tomaten kannst du entweder so aufbewahren oder fein mahlen.

🌿 Selbstgemachtes Tomatenpulver

Die vollständig getrockneten Tomaten einfach in einem leistungsfähigen Mixer oder einer Gewürzmühle fein mahlen.

Und plötzlich hast du deine Gartentomaten als natürliches Würzpulver.

Verwenden kannst du es zum Beispiel für:

  • Tomatensoßen
  • Suppen
  • Gemüsebrühen
  • Kräutersalz
  • Dressings
  • Pizza- und Brotteig

Ein Glas davon nimmt kaum Platz weg und konserviert unglaublich viel Aroma.


7. Tomaten einfrieren – wenn es schnell gehen muss

Frische Gartentomaten portionsweise vorbereitet zum Einfrieren.

Und dann darf etwas ganz Unspektakuläres nicht fehlen.

Wenn gerade keine Zeit zum Einkochen, Trocknen oder Kochen ist: ab in den Gefrierschrank.

Tomaten waschen, trocknen und entweder ganz, halbiert oder bereits geschnitten einfrieren.

Nach dem Auftauen sind sie zwar nicht mehr knackig wie frische Tomaten, eignen sich aber wunderbar für:

  • Suppen
  • Soßen
  • Eintöpfe
  • Schmorgerichte

So geht auch an hektischen Erntetagen nichts verloren.


Und was mache ich mit grünen Tomaten?

Am Ende der Saison hängen häufig noch unreife Früchte an den Pflanzen.

Die musst du nicht vorschnell entsorgen.

Voll entwickelte, gesunde Tomaten können nach der Ernte noch nachreifen. Dafür habe ich bereits einen eigenen ausführlichen Beitrag:

→ Tomaten nachreifen lassen & haltbar machen


Meine liebste Kombination für eine große Tomatenernte

Ich würde gar nicht versuchen, jede Tomate auf eine andere Art zu verarbeiten.

Bei einer großen Ernte würde ich den größten Teil zu einer schlichten Tomatensoße verarbeiten. Sehr reife Früchte werden Suppe oder Saft. Besonders aromatische Tomaten kommen in den Ofen.

Und wenn danach immer noch Tomaten übrig sind?

Trocknen und Tomatenpulver daraus machen.

So entstehen aus derselben Ernte ganz unterschiedliche Vorräte, ohne dass du dafür außergewöhnliche Zutaten kaufen musst.


Häufige Fragen zum Tomaten verarbeiten

Was kann man mit sehr vielen Tomaten machen?

Große Mengen lassen sich besonders gut zu Tomatensoße, Suppe oder Saft verarbeiten. Wenn du möglichst viel Ernte auf wenig Raum aufbewahren möchtest, eignen sich außerdem Tomatenmark, getrocknete Tomaten oder Tomatenpulver.

Was mache ich mit sehr weichen Tomaten?

Solange sie einwandfrei und nicht verdorben sind, eignen sich sehr reife Tomaten besonders für Soße, Suppe oder Tomatensaft.

Kann man Tomaten einfach einfrieren?

Ja. Beim Auftauen verlieren sie ihre feste Struktur, sind aber weiterhin hervorragend zum Kochen geeignet.

Muss ich Tomaten vor dem Einfrieren häuten?

Nein. Für Suppen und Soßen ist das normalerweise nicht nötig.

Was kann ich aus getrockneten Tomaten machen?

Du kannst sie direkt zum Kochen verwenden oder vollständig getrocknete Tomaten zu Tomatenpulver mahlen.

Welche Methode ist am einfachsten?

Wenn es schnell gehen soll, ist Einfrieren am unkompliziertesten. Für einen vielseitigen Vorrat würde ich dagegen eine einfache Tomatensoße herstellen.


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