Ein gesunder Johannisbeerstrauch entsteht nicht im Sommer – er beginnt im Winter.
Der richtige Schnitt sorgt dafür, dass neue, fruchttragende Triebe nachwachsen, der Strauch luftig bleibt und nicht vergreist.
Wenn du deine Johannisbeeren regelmäßig schneidest, wirst du Jahr für Jahr mit kräftigen, aromatischen Beeren belohnt.
Ende Januar - solange die Pflanzen noch ruhen - ist der ideale Zeitpunkt, um Ordnung zu schaffen, Kraft zu lenken und die Grundlage für eine gesunde Saison zu legen.
Nicht radikal. Nicht kompliziert. Sondern bewusst.
Der richtige Schnitt bei Johannisbeeren entscheidet darüber, ob dein Strauch Jahr für Jahr reich trägt – oder langsam vergreist. Du brauchst weder Perfektion noch Angst vor der Schere. Nur ein bisschen Verständnis – und den Mut, Altes loszulassen.

Warum Johannisbeeren geschnitten werden sollten
Johannisbeeren tragen am jungen Holz. Bleiben alte Triebe zu lange stehen, wird der Strauch dicht, krankheitsanfällig – und die Ernte lässt nach. Der Schnitt ist keine Strafe. Er ist eine Einladung an die Pflanze, neu zu wachsen.
Der richtige Zeitpunkt
Der ideale Zeitpunkt liegt zwischen Ende Januar und Februar, solange die Pflanze noch in Winterruhe ist.
👉 Wichtig:
Bei starkem Frost unter –10 °C lieber ein paar Tage warten und an einem frostfreien Tag schneiden.
Das Wichtigste auf einen Blick
✔️ Alte, dunkle Triebe bodennah entfernen
✔️ Junge, helle Triebe stehen lassen
✔️ Die Mitte offen halten – Licht & Luft
✔️ Nicht alles gleichzeitig schneiden
✔️ Lieber klar als zu zaghaft
Ziel: ein lockerer Strauch mit 5–10 kräftigen Haupttrieben.
Wenn Licht durch den Strauch fällt, bist du auf dem richtigen Weg.
Du musst nicht zählen, messen oder perfektionieren.
Wenn du siehst, dass Luft durch den Strauch fällt – bist du richtig.
Unterschied: Rot, Weiß oder Schwarz
Nicht alle Johannisbeeren werden gleich geschnitten:
Rote Johannisbeeren
tragen am mehrjährigen Holz
→ regelmäßig auslichten
Weiße Johannisbeeren
ähnlich wie rot, etwas sanfter
→ mittelaltes Holz fördern
Schwarze Johannisbeeren
tragen am jungen Holz
→ konsequent verjüngen
Rote & weiße Johannisbeeren schneiden
Das bleibt:
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2–3-jährige kräftige Triebe
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gut verteilte, nach außen wachsende Äste
Das kommt raus:
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sehr alte, dunkle Triebe (bodennah)
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nach innen wachsende Zweige
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alles, was sich kreuzt oder reibt
Ziel: ein luftiger Strauch mit etwa 8–12 Haupttrieben
Schwarze Johannisbeeren schneiden
Hier darfst du mutiger sein.
Das bleibt:
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kräftige junge Triebe
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gesunde Neutriebe
Das kommt raus:
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alte Triebe ab dem 2.–3. Jahr
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schwaches, dünnes Holz
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alles, was den Strauch verdichtet
Ziel:
kontinuierliche Verjüngung mit 6–10 starken Jungtrieben
Je jünger das Holz, desto besser der Ertrag.
Typische Fehler vermeiden
❌ Zu zaghaft schneiden
❌ Alte Triebe stehen lassen
❌ Strauch zu dicht wachsen lassen
✔️ Ein klarer Schnitt stärkt die Pflanze – nicht umgekehrt.
Nach dem Schnitt
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Schnittgut entfernen
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Boden mulchen (z. B. mit Kompost oder Rindenmulch)
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im Frühjahr sanft stärken (z. B. Kompost, Wurmhumus)
Mehr braucht es nicht.
Wenn du auch Beerensträucher wie Himbeeren oder Brombeeren pflegst,findest du hier meine Anleitung zum Himbeerschnitt.
Häufige Fragen
Wann schneidet man Johannisbeeren?
Zwischen Januar und Februar – in der Winterruhe.
Wie erkenne ich alte Triebe?
Sie sind dunkler, dicker und tragen weniger Knospen.
Wie viele Triebe sind ideal?
Etwa 5–10 kräftige Haupttriebe.
Kann ich auch im Sommer schneiden?
Leicht ja – der wichtigste Schnitt bleibt der Winter.
Fazit
Du musst es nicht perfekt machen. Du musst nur anfangen. Ein geschnittener Johannisbeerstrauch wirkt im Winter manchmal kahl – doch im Sommer zeigt er dir, warum es richtig war. Mit vollen Trauben, kräftigen Blättern und diesem stillen Gefühl: Es wächst.