Himbeeren pflanzen – Standort, Erde und Abstand einfach erklärt
Himbeeren können viele Jahre am selben Standort wachsen und regelmäßig Früchte tragen. Entscheidend für einen guten Start sind ein geeigneter Boden, ausreichend Platz und eine gleichmäßige Wasserversorgung.
Staunässe, Bodenverdichtung und eine zu tiefe Pflanzung erschweren dagegen das Anwachsen. Auch die Sorte und die vorgesehene Erziehungsform sollten bereits vor der Pflanzung feststehen.
Kurz & übersichtlich
- Standort: sonnig bis leicht halbschattig und möglichst windgeschützt
- Boden: humos, locker, feuchtigkeitsspeichernd und gut durchlässig
- Bodenreaktion: schwach sauer ist günstig
- Pflanzzeit: wurzelnackte Himbeeren im Herbst oder zeitigen Frühjahr
- Containerpflanzen: grundsätzlich länger pflanzbar, aber nicht bei Frost, Hitze oder Trockenheit
- Pflanzabstand: je nach Sorte und Erziehung etwa 40 bis 60 Zentimeter
- Reihenabstand: ungefähr 1,5 bis 2 Meter
- Pflanztiefe: nicht wesentlich tiefer als zuvor
- Rankhilfe: möglichst vor der Pflanzung aufstellen
- Wasser: nach dem Pflanzen gründlich angießen und gleichmäßig feucht halten
- Mulch: schützt den flachen Wurzelbereich vor Austrocknung
- Nachbau: alte Himbeerstandorte möglichst nicht sofort erneut bepflanzen
Sommer- oder Herbsthimbeere?
Vor der Pflanzung sollte bekannt sein, ob es sich um eine Sommer- oder Herbsthimbeere handelt. Beide Typen unterscheiden sich vor allem bei Erntezeit und Schnitt.
- Sommerhimbeeren tragen überwiegend an den Ruten des Vorjahres.
- Herbsthimbeeren tragen an den im selben Jahr gewachsenen Ruten.
Für beide gelten grundsätzlich ähnliche Anforderungen an Standort und Boden. Sommerhimbeeren entwickeln häufig längere Ruten und benötigen normalerweise eine höhere Rankhilfe. Bei Herbsthimbeeren kann ein niedrigeres Stützgerüst ausreichen.
Beim Kauf sind gesunde, sortenechte Pflanzen aus einer zuverlässigen Herkunft sinnvoll. Himbeeren können von Viruskrankheiten betroffen sein. Ableger unbekannter oder sichtbar geschwächter Altbestände eignen sich daher nicht immer für eine Neupflanzung.
Der richtige Standort
Ein sonniger Standort bietet die besten Voraussetzungen für eine gute Fruchtreife. Leichter Halbschatten wird toleriert, kann aber zu einer geringeren Ernte und schwächerem Wachstum führen.
Günstig ist ein Platz, der:
- mehrere Stunden Sonne erhält
- nicht dauerhaft beschattet wird
- nach Regen gut abtrocknen kann
- vor starkem Wind geschützt ist
- ausreichend Platz für ein Gerüst bietet
- nicht zu Staunässe neigt
Starker Wind kann lange Ruten und dünne Fruchttriebe beschädigen. Sehr geschützte, enge Standorte ohne Luftbewegung sind ebenfalls ungünstig, weil Blätter und Ruten nach Regen langsamer abtrocknen.
Eine bestimmte Himmelsrichtung oder ausschließlich Morgensonne ist nicht erforderlich. Entscheidend sind ausreichendes Licht, ein passender Boden und eine zuverlässige Wasserversorgung.
Welche Erde brauchen Himbeeren?
Himbeeren bevorzugen einen humosen, lockeren und gut durchlässigen Boden, der Feuchtigkeit speichern kann.
Günstig ist ein schwach saurer Bodenbereich.
Problematisch sind vor allem:
- dauerhaft nasse Böden
- verdichtete Pflanzstellen
- sehr flachgründige Böden
- stark kalkhaltige Böden
- vollständig austrocknende Sandböden
- lange stehendes Wasser im Winter
Schwere Böden sollten nicht einfach durch ein kleines, mit lockerer Erde gefülltes Pflanzloch verbessert werden. Dadurch kann eine Art Wasserwanne entstehen. Wichtiger ist eine großflächig lockere Bodenstruktur und ein zuverlässiger Wasserabzug.
Bei einem insgesamt sehr nassen Standort kann ein leicht erhöhtes Beet sinnvoller sein als eine Pflanzung auf Bodenniveau.
Muss der Boden vor der Pflanzung verbessert werden?
Ein lockerer, humoser Gartenboden benötigt häufig keine aufwendige Vorbereitung. Vorhandene Wurzelunkräuter werden gründlich entfernt.
Bei einem humusarmen Boden kann reifer Kompost in die ausgehobene Gartenerde eingemischt werden. Große Mengen Dünger, frischer Mist oder unreifer Kompost gehören nicht direkt an die Wurzeln.
Wurmhumus kann als organischer Bodenverbesserer verwendet werden, ist aber keine Voraussetzung für eine erfolgreiche Pflanzung. Die Menge muss an den vorhandenen Boden und die Herstellerangaben angepasst werden.
Bei schweren, verdichteten Böden reicht das Beimischen von Kompost allein nicht immer aus. Hier muss zunächst geklärt werden, ob Wasser aus dem späteren Wurzelbereich zuverlässig ablaufen kann.
Himbeeren nicht auf alte Himbeerflächen pflanzen
Himbeeren sollten nach Möglichkeit nicht unmittelbar dort neu gepflanzt werden, wo bereits über längere Zeit Himbeeren standen.
In alten Beständen können sich bodenbürtige Krankheitserreger und andere standortspezifische Probleme angesammelt haben. Neue Pflanzen wachsen an solchen Stellen teilweise nur schwach an.
Günstiger ist ein neuer Standort, an dem zuvor keine Himbeeren gewachsen sind. Ist kein anderer Platz vorhanden, müsste ein größerer Teil des Bodens ausgetauscht werden. Ein kleines Pflanzloch mit frischer Erde genügt dafür nicht zuverlässig.
Auch kranke oder stark geschwächte Altbestände sollten nicht einfach durch neue Himbeeren an derselben Stelle ersetzt werden.
Wann werden Himbeeren gepflanzt?
Wurzelnackte Himbeeren
Wurzelnackte Pflanzen werden während der Ruhezeit gesetzt. Geeignet sind:
- der frühe Herbst nach Abschluss des Wachstums
- das zeitige Frühjahr vor dem Austrieb
Der Boden muss frostfrei und darf nicht vernässt sein. Eine Herbstpflanzung bietet häufig den Vorteil, dass der Boden länger feucht bleibt und die Pflanze vor dem nächsten Sommer neue Wurzeln bilden kann.
In Regionen mit sehr nassen Winterböden kann eine Frühjahrspflanzung günstiger sein.
Himbeeren im Container
Containerpflanzen können grundsätzlich über einen längeren Zeitraum gepflanzt werden. Ungünstig sind:
- gefrorener Boden
- stark vernässter Boden
- Hitzeperioden
- länger anhaltende Trockenheit
Auch bei Containerpflanzen erleichtert eine Pflanzung im Herbst oder Frühjahr das Anwachsen.
Der richtige Pflanzabstand
Je nach Sorte wird ein Abstand von etwa 40 bis 60 Zentimetern zwischen den Pflanzen und ungefähr 1,5 bis 2 Meter zwischen den Reihen empfohlen.
Der benötigte Platz hängt zusätzlich ab von:
- Sorte und Wuchsstärke
- Sommer- oder Herbsthimbeere
- Art der Rankhilfe
- vorgesehener Reihenbreite
- Zugänglichkeit für Pflege und Ernte
Zu enge Pflanzungen führen schneller zu einem dichten Bestand. Die Ruten beschatten sich gegenseitig und trocknen nach Regen langsamer ab.
Bei einer einzelnen Himbeerreihe an einer Grundstücksgrenze muss außerdem genug Abstand für Schnitt, Ernte und die Pflege der Rückseite verbleiben.
Rankhilfe vor der Pflanzung aufbauen
Viele Himbeeren benötigen eine Stütze. Ein Gerüst lässt sich leichter aufbauen, bevor die Pflanzen im Boden stehen.
Geeignet ist beispielsweise eine Reihe aus stabilen Pfosten mit waagerecht gespannten Drähten. Sommerhimbeeren benötigen wegen ihrer längeren Ruten meist ein höheres Gerüst als Herbsthimbeeren.
Für wenige Pflanzen können auch einzelne stabile Pfähle verwendet werden. Dünne, lose Bambusstäbe reichen für stark wachsende Sorten häufig nicht dauerhaft aus.
Die Rankhilfe sorgt dafür, dass:
- Ruten nicht auf den Boden fallen
- Früchte besser zugänglich bleiben
- alte und junge Ruten getrennt werden können
- Licht und Luft in den Bestand gelangen
- Schnittarbeiten übersichtlicher werden
Himbeeren richtig pflanzen
Vor der Pflanzung
Containerpflanzen werden mitsamt dem Topf gründlich gewässert. Wurzelnackte Pflanzen dürfen vor dem Einsetzen nicht austrocknen. Trockene oder beschädigte Wurzelteile können mit einer sauberen Schere entfernt werden.
Das Pflanzloch muss ausreichend breit sein, damit die Wurzeln ohne Knicken oder Zusammenpressen Platz finden.
Schritt für Schritt
- Pflanzstelle von Gras und Wurzelunkräutern befreien.
- Boden im Bereich der späteren Himbeerreihe lockern.
- Pflanzloch ausreichend breit ausheben.
- Wurzelballen wässern oder wurzelnackte Pflanzen vorbereiten.
- Himbeere gerade in das Pflanzloch stellen.
- Wurzeln gleichmäßig verteilen.
- Pflanze in der richtigen Höhe ausrichten.
- Erde einfüllen und vorsichtig andrücken.
- Einen flachen Gießrand formen.
- Gründlich angießen.
- Bei Bedarf die Rute locker an der Rankhilfe befestigen.
- Bodenoberfläche anschließend mulchen.
Wie tief werden Himbeeren gepflanzt?
Himbeeren dürfen nicht deutlich tiefer gepflanzt werden als zuvor.
Bei Containerpflanzen schließt die Oberseite des Wurzelballens ungefähr mit der umgebenden Bodenoberfläche ab. Bei wurzelnackten Ruten dient die bisherige Bodenmarkierung als Orientierung. Die obersten Wurzeln beziehungsweise Triebknospen liegen nur wenige Zentimeter unter der Bodenoberfläche.
Eine zu tiefe Pflanzung kann den Luftaustausch im Wurzelbereich beeinträchtigen und auf schweren Böden die Gefahr von Nässeschäden erhöhen.
Eine zu flache Pflanzung lässt die Wurzeln dagegen schneller austrocknen.
Werden Himbeeren nach der Pflanzung zurückgeschnitten?
Wurzelnackte Himbeerruten werden nach der Pflanzung gewöhnlich auf ungefähr 25 bis 30 Zentimeter eingekürzt. Dadurch wird die Bildung neuer Ruten aus dem Wurzelbereich unterstützt.
Für Containerpflanzen gilt dieser Rückschnitt nicht automatisch.
Eine wichtige Ausnahme sind als „Long Canes“ angebotene Sommerhimbeeren. Diese langen, bereits entwickelten Ruten können im Pflanzjahr Früchte tragen. Werden sie nach der Pflanzung stark zurückgeschnitten, entfällt diese Ernte.
Bei gekauften Pflanzen sollten deshalb die Sortenbeschreibung und die Hinweise der Baumschule berücksichtigt werden.
Pflege nach der Pflanzung
Neu gepflanzte Himbeeren benötigen eine gleichmäßige Wasserversorgung. Der Boden sollte feucht bleiben, ohne dauerhaft nass zu sein.
Besonders kontrolliert wird:
- unmittelbar nach der Pflanzung
- während trockener Frühjahrsphasen
- in den ersten Sommermonaten
- während längerer Hitzeperioden
- auf leichten und sandigen Böden
Tägliche kleine Wassermengen befeuchten häufig nur die Oberfläche. Sinnvoller ist ein durchdringendes Gießen, sobald der Wurzelbereich trockener wird.
Gras und stark wachsende Pflanzen sollten den jungen Himbeeren nicht unmittelbar Wasser und Nährstoffe entziehen.
Himbeeren mulchen
Himbeeren bilden einen großen Teil ihrer Wurzeln im oberen Bodenbereich. Eine lockere Mulchschicht kann den Boden vor Austrocknung schützen und Temperaturschwankungen verringern.
Geeignet sind beispielsweise:
- angewelkter Rasenschnitt in dünnen Lagen
- sauberes Häckselmaterial als Oberflächenmulch
- gut verrotteter Laubkompost
- reifer Gartenkompost in zurückhaltender Menge
Das Material wird nicht direkt an den Ruten angehäuft. Sehr dicke, dauerhaft nasse Mulchschichten können Fäulnis begünstigen und Wühlmäusen Deckung bieten.
Frisches holziges Material sollte nicht in den Boden eingearbeitet werden. Bei der Zersetzung kann es vorübergehend Stickstoff binden.
Düngung im Pflanzjahr
Eine frisch gesetzte Himbeere benötigt nicht automatisch eine kräftige Düngung. Bei einem ausreichend versorgten Boden stehen zunächst Wurzelbildung und Wasserversorgung im Vordergrund.
Große Mengen stickstoffreicher Dünger können lange, weiche Triebe fördern. Eine weitere Düngung richtet sich nach:
- bisheriger Bodenvorbereitung
- vorhandener Nährstoffversorgung
- Wachstum der Pflanze
- verwendetem Produkt
- Zeitpunkt der Pflanzung
Kompost, organischer Volldünger, Schafwollpellets und Flüssigdünger sollten nicht gleichzeitig in voller Menge eingesetzt werden.
Weitere Hinweise stehen im Beitrag Beeren richtig düngen.
Himbeeren im Beet oder Kübel?
Im Gartenboden steht den Wurzeln mehr Raum zur Verfügung. Wasser- und Temperaturschwankungen fallen dort meist geringer aus als in einem Gefäß.
Eine Kübelkultur ist dennoch möglich, besonders mit kompakten und ausdrücklich dafür geeigneten Sorten. Sie erfordert jedoch:
- einen ausreichend großen Kübel
- regelmäßige Kontrolle der Feuchtigkeit
- angepasste Düngung
- freien Wasserabzug
- Schutz des Wurzelballens bei starkem Frost
Die ausführliche Anleitung ist im Beitrag Himbeeren im Kübel pflanzen und pflegen zu finden.
Warum wachsen neu gepflanzte Himbeeren schlecht an?
Schwaches Wachstum bedeutet nicht automatisch Nährstoffmangel.
Mögliche Ursachen sind:
- Wassermangel
- Staunässe
- verdichteter Boden
- zu tiefe Pflanzung
- beschädigte oder ausgetrocknete Wurzeln
- starker Konkurrenzbewuchs
- ungeeigneter pH-Wert
- ein alter Himbeerstandort
- kranke oder geschwächte Pflanzware
- Frost- oder Hitzeschäden
- Krankheiten im Wurzel- oder Rutenbereich
Vor einer zusätzlichen Düngung sollten deshalb zuerst Bodenfeuchtigkeit, Pflanztiefe, Wurzelbereich und Standort kontrolliert werden.
Häufige Fragen
Wann werden Himbeeren am besten gepflanzt?
Wurzelnackte Himbeeren werden im frühen Herbst oder im zeitigen Frühjahr in frostfreien Boden gepflanzt. Containerpflanzen können länger gesetzt werden, sollten aber nicht während Frost, Hitze oder ausgeprägter Trockenheit gepflanzt werden.
Wie weit müssen Himbeeren auseinanderstehen?
Je nach Sorte und Erziehungsform sind ungefähr 40 bis 60 Zentimeter zwischen den Pflanzen sinnvoll. Zwischen zwei Reihen werden etwa 1,5 bis 2 Meter eingeplant.
Wie tief werden Himbeeren gepflanzt?
Containerpflanzen werden ungefähr so tief gesetzt, wie sie zuvor im Topf standen. Bei wurzelnackten Pflanzen liegen die obersten Wurzeln beziehungsweise Triebknospen nur wenige Zentimeter unter der Bodenoberfläche.
Brauchen Himbeeren eine Rankhilfe?
Die meisten klassischen Himbeersorten benötigen eine Stütze. Besonders Sommerhimbeeren bilden lange Ruten, die an Drähten oder Pfählen befestigt werden.
Muss Kompost ins Pflanzloch?
Nein. Ein guter Gartenboden benötigt häufig keine zusätzliche Füllung. Bei humusarmen Böden kann reifer Kompost zurückhaltend mit der ausgehobenen Erde vermischt werden.
Können Himbeeren im Halbschatten wachsen?
Leichter Halbschatten wird toleriert. An einem sonnigen Standort fallen Wachstum und Fruchtreife in der Regel besser aus.
Können neue Himbeeren an die Stelle alter Pflanzen gesetzt werden?
Ein neuer Standort ist günstiger. Beim unmittelbaren Nachbau können bodenbürtige Krankheiten und andere Standortprobleme das Wachstum der neuen Pflanzen beeinträchtigen.
Fazit
Ein geeigneter Standort ist die wichtigste Grundlage für eine dauerhaft gesunde Himbeerreihe.
Himbeeren benötigen einen lockeren, humosen und gut durchlässigen Boden ohne Staunässe. Ein Pflanzabstand von ungefähr 40 bis 60 Zentimetern lässt ausreichend Raum für neue Ruten. Die Rankhilfe wird möglichst bereits vor der Pflanzung aufgebaut.
Nach dem Einsetzen stehen eine gleichmäßige Wasserversorgung und der Schutz des flachen Wurzelbereichs im Vordergrund. Eine starke Düngung ist im Pflanzjahr nicht automatisch erforderlich.
Weitere hilfreiche Beiträge
- Himbeeren im Kübel pflanzen und pflegen
- Himbeeren richtig schneiden
- Sommerhimbeeren richtig schneiden
- Herbsthimbeeren richtig schneiden
- Beeren richtig düngen
- Mangelerscheinungen bei Beeren erkennen