Rosen im Sommer schneiden – für eine schöne zweite Blüte
Nach der ersten großen Rosenblüte sehen viele Pflanzen etwas erschöpft aus. Verblühte Blüten hängen an den Trieben, einzelne Blütenblätter werden braun und bei öfterblühenden Rosen beginnt schon bald die nächste Wachstumsphase.
Jetzt kann ein leichter Sommerschnitt sinnvoll sein.
Dabei geht es nicht um einen kräftigen Rückschnitt wie im Frühjahr. Im Sommer werden vor allem verblühte Blütenstände entfernt und öfterblühende Rosen leicht zurückgeschnitten, damit sie neue Triebe und weitere Blüten entwickeln können.
Wie viel geschnitten wird, hängt von der Rosengruppe, dem Wuchs und davon ab, ob die Rose einmal oder öfter im Jahr blüht.
🌿 Kurz & übersichtlich
Verblühtes entfernen: Öfterblühende Rosen nach der ersten Blüte ausputzen
Nicht nur die Blüte abknipsen: Bei kräftigen Rosen kann der Trieb etwas tiefer zurückgeschnitten werden
Gesundes Blatt wählen: Über einem gut entwickelten Blatt beziehungsweise einer geeigneten Knospe schneiden
5-blättriges Blatt: Kann eine praktische Orientierung sein, ist aber keine feste Schnittregel
Einmalblühende Rosen: Nicht wie öfterblühende Rosen behandeln
Kletterrosen beachten: Schnitt an Blühverhalten und Wuchsform anpassen
Sauber schneiden: Scharfe, saubere Gartenschere verwenden
Hagebutten erwünscht: Dann verblühte Blüten später bewusst stehen lassen
1. Warum schneidet man Rosen im Sommer?
Bei öfterblühenden Rosen kann das Entfernen verblühter Blüten die Bildung neuer Blütentriebe unterstützen.
Bleiben die abgeblühten Blüten an der Pflanze, können sich daraus Hagebutten mit Samen entwickeln. Die Pflanze investiert dann Energie in die Frucht- und Samenbildung.
Wer bei öfterblühenden Rosen eine weitere Blüte fördern möchte, kann die verblühten Blüten deshalb entfernen.
Der Sommerschnitt hat außerdem einen optischen Vorteil: Die Rose sieht gepflegter aus und vertrocknete oder durch Regen geschädigte Blüten bleiben nicht unnötig lange an der Pflanze.
Wichtig: Das bedeutet nicht, dass jede Rose den ganzen Sommer ausgeputzt werden muss. Bei Rosen, deren Hagebutten du im Herbst für Tiere oder als Zierde erhalten möchtest, dürfen die verblühten Blüten später bewusst stehen bleiben.
2. Wo werden verblühte Rosen abgeschnitten?
Bei einer öfterblühenden Rose wird nicht zwangsläufig nur der vertrocknete Blütenkopf abgeknipst.
Schau dir stattdessen den Trieb unterhalb der verblühten Blüte an.
Geschnitten werden kann über einem kräftigen, gut entwickelten Blatt beziehungsweise einer geeigneten Knospe. Dadurch wird gleichzeitig ein Stück des dünnen oberen Triebes entfernt.
Der genaue Schnittpunkt hängt davon ab, wie kräftig der jeweilige Trieb gewachsen ist.
Bei sehr dünnen und schwachen Triebspitzen kann etwas weiter zurückgeschnitten werden. Bei kräftigen Trieben genügt häufig ein leichterer Rückschnitt.
So bleibt die Rose gut aufgebaut und kann aus den darunterliegenden Knospen neu austreiben.

3. Was hat es mit dem 5-blättrigen Rosenblatt auf sich?
Die bekannte Empfehlung, Rosen immer über dem ersten Blatt mit fünf Fiederblättchen zu schneiden, begegnet einem sehr häufig.
Als Orientierung kann dieses Blatt durchaus hilfreich sein: Unterhalb der Blüte befinden sich häufig zunächst kleinere Blätter, während weiter unten kräftiger entwickelte Laubblätter sitzen.
Eine botanische Sonderstellung besitzt das fünfblättrige Blatt deshalb aber nicht.
Du musst also nicht an jedem Rosentrieb nach exakt fünf Fiederblättchen suchen.
Viel wichtiger ist, dass du einen kräftigen Abschnitt des Triebes mit einer gut entwickelten Knospe auswählst und schwache Triebspitzen nicht unnötig stehen lässt.
Merke:
Das fünfblättrige Blatt ist eine Orientierung – keine feste Rosenschnitt-Regel.

4. Öfterblühende Rosen nach der ersten Blüte schneiden
Öfterblühende Rosen können nach ihrem ersten Blütenflor neue Blütentriebe bilden.
Dazu gehören je nach Sorte beispielsweise:
- viele Beetrosen
- viele Edelrosen
- öfterblühende Strauchrosen
- öfterblühende Kletterrosen
- zahlreiche moderne Rosen im Kübel
Nach der Blüte werden verwelkte Blüten beziehungsweise Blütenstände entfernt und die entsprechenden Triebe passend zu ihrer Stärke etwas zurückgenommen.
Dabei muss nicht jeder Trieb exakt auf dieselbe Höhe geschnitten werden. Ziel ist eine gesunde, harmonisch aufgebaute Pflanze – keine vollkommen gleichmäßige Kugel.
5. Einmalblühende Rosen anders behandeln
Einmalblühende Rosen funktionieren anders.
Sie bilden ihre große Blütenfülle nur einmal im Jahr. Ein regelmäßiges Ausputzen mit dem Ziel einer zweiten Blüte bringt bei ihnen deshalb keinen entsprechenden zweiten Blütenflor.
Bei manchen einmalblühenden Strauch-, historischen und Ramblerrosen ist die Zeit nach der Blüte allerdings ein geeigneter Zeitpunkt für notwendige Auslichtungs- oder Verjüngungsschnitte.
Hier geht es also nicht darum, durch Deadheading eine zweite Blüte anzuregen, sondern darum, die Pflanze bei Bedarf in Form zu halten oder älteres Holz herauszunehmen.
Außerdem solltest du bedenken: Wenn du die verblühten Blüten entfernst, können sich daraus keine Hagebutten entwickeln.
6. Kletterrosen im Sommer schneiden
Öfterblühende Kletterrosen können nach der ersten Blüte ausgeputzt werden. Ihre langen Haupttriebe bilden jedoch das dauerhafte Grundgerüst und sollten nicht einfach nach jeder Blüte stark eingekürzt werden.
Bei einmalblühenden Kletterrosen und Ramblern kann nach der Blüte ein Auslichten sinnvoll sein. Dabei werden beispielsweise einzelne alte oder ungünstig stehende Triebe entfernt, während junge kräftige Triebe für die kommenden Jahre erhalten bleiben.
Gerade bei Kletterrosen gilt deshalb:
Erst wissen, welche Rose vor dir steht – dann zur Schere greifen.
7. Kranke und beschädigte Pflanzenteile entfernen
Der Sommerschnitt ist auch eine gute Gelegenheit, die Rose genauer anzuschauen.
Abgestorbene oder beschädigte Triebe können entfernt werden.
Bei auffälligen Blättern solltest du zunächst prüfen, was dahintersteckt. Besonders stark krankes, abgefallenes Laub sollte bei typischen Rosenkrankheiten nicht einfach unter der Pflanze liegen bleiben.
Die Schere sollte scharf und sauber sein, damit die Triebe möglichst glatt durchtrennt und nicht gequetscht werden.
8. Rosen nach dem Sommerschnitt richtig versorgen
Nach dem Sommerschnitt braucht die Rose zunächst eine bedarfsgerechte Wasserversorgung.
Je nach Boden, Zeitpunkt und bisheriger Versorgung kann auch eine weitere Nährstoffgabe sinnvoll sein. Kompost oder geeigneter Rosendünger liefern Nährstoffe beziehungsweise unterstützen die Bodenversorgung.
Wurmhumus kann ebenfalls zur Boden- und Nährstoffversorgung eingesetzt werden.
Später im Jahr sollte eine starke Stickstoffversorgung vermieden werden, damit die Triebe vor dem Winter ausreichend ausreifen können.
👉Ackerschachtelhalm im Garten richtig anwenden
9. Kübelrosen im Sommer besonders beobachten
Rosen im Kübel haben nur einen begrenzten Wurzelraum und können an heißen Sommertagen deutlich schneller austrocknen als Rosen im Beet.
Kontrolliere deshalb regelmäßig die Feuchtigkeit des Substrats.
Wichtig sind:
- gleichmäßige Wasserversorgung
- guter Wasserabzug
- keine dauerhafte Staunässe
- bedarfsgerechte Nährstoffversorgung
- ausreichend großes Pflanzgefäß
Sehr dunkle Gefäße können sich bei intensiver Sonneneinstrahlung stark erwärmen. Ein geeigneter Standort beziehungsweise ein Schutz des Gefäßes vor extremer Aufheizung kann deshalb hilfreich sein.
10. Ab wann dürfen verblühte Rosen stehen bleiben?
Du musst Rosen nicht bis in den Herbst hinein konsequent ausputzen.
Gerade später im Sommer kann es sinnvoll sein, verblühte Blüten an geeigneten Rosen stehen zu lassen.
Dann können sich Hagebutten entwickeln. Sie bringen im Herbst und Winter Farbe in den Garten und können je nach Rosenart auch Vögeln als Nahrung dienen.
Das passt außerdem zu einem naturnahen Garten: Nicht jede verblühte Blüte muss verschwinden.
Diese Fehler solltest du beim Sommerschnitt vermeiden
❌ jede Rose nach demselben Schema schneiden
❌ das fünfblättrige Blatt als zwingenden Schnittpunkt betrachten
❌ einmalblühende Rosen ausputzen und dadurch eine zweite Blüte erwarten
❌ lange Haupttriebe von Kletterrosen unnötig stark kürzen
❌ mit stumpfen oder ungeeigneten Werkzeugen schneiden
❌ Rosen nach dem Schnitt automatisch stark düngen
❌ sämtliche verblühten Blüten bis zum Herbst entfernen, wenn Hagebutten erwünscht sind
🌿 Checkliste: Rosenschnitt im Sommer
☐ prüfen, ob die Rose einmal oder öfter blüht
☐ verblühte Blüten öfterblühender Rosen entfernen
☐ kräftigen Schnittpunkt unterhalb der Blüte auswählen
☐ fünfblättriges Blatt als Orientierung nutzen
☐ schwache Triebspitzen bei Bedarf etwas weiter zurücknehmen
☐ Haupttriebe von Kletterrosen erhalten
☐ beschädigte und abgestorbene Triebe entfernen
☐ saubere und scharfe Rosenschere verwenden
☐ Bodenfeuchtigkeit nach dem Schnitt kontrollieren
☐ Kübelrosen besonders auf Trockenstress prüfen
☐ später Hagebutten für Herbst und Winter stehen lassen
🌿 Häufige Fragen zum Rosenschnitt im Sommer
Wann schneidet man verblühte Rosen ab?
Bei öfterblühenden Rosen können verblühte Blüten während des Sommers regelmäßig entfernt werden. Besonders nach dem ersten großen Blütenflor ist ein leichter Sommerschnitt sinnvoll.
Wo schneidet man eine verblühte Rose ab?
Der Trieb wird unterhalb der verblühten Blüte über einem kräftigen Blatt beziehungsweise einer gut entwickelten Knospe zurückgeschnitten. Wie weit zurückgeschnitten wird, hängt von der Stärke des Triebes ab.
Muss ich über dem ersten fünfblättrigen Blatt schneiden?
Nein. Das fünfblättrige Blatt kann eine praktische Orientierung sein, ist aber kein zwingender Schnittpunkt. Entscheidend ist ein kräftiger Triebabschnitt mit einer geeigneten Knospe.
Blühen Rosen nach dem Sommerschnitt noch einmal?
Öfterblühende Rosen können nach der ersten Blüte erneut Blütentriebe entwickeln. Einmalblühende Rosen bekommen durch das Ausputzen dagegen keinen zweiten Blütenflor.
Sollte man Rosen nach dem Sommerschnitt düngen?
Nicht automatisch. Ob eine weitere Düngung sinnvoll ist, hängt unter anderem von Boden, Rosensorte, bisheriger Versorgung und Zeitpunkt ab. Später im Jahr sollte eine starke Stickstoffdüngung vermieden werden.
Soll man verblühte Rosen immer abschneiden?
Nein. Möchtest du Hagebutten erhalten, lässt du später einen Teil der verblühten Blüten an der Rose. Bei einmalblühenden Rosen ist regelmäßiges Ausputzen zur Förderung einer zweiten Blüte ohnehin nicht notwendig.
Kann man Rosen im Hochsommer schneiden?
Ein leichter Pflegeschnitt und das Entfernen verblühter Blüten sind auch im Sommer möglich. Einen unnötig starken Rückschnitt solltest du bei großer Hitze und Trockenstress vermeiden.
Fazit
Der Rosenschnitt im Sommer ist deutlich sanfter als der Frühjahrsschnitt.
Bei öfterblühenden Rosen werden vor allem verblühte Blütenstände entfernt und schwache Triebspitzen bei Bedarf etwas zurückgenommen. Das unterstützt die Pflanze dabei, neue Triebe und weitere Blüten zu bilden.
Das bekannte fünfblättrige Rosenblatt kann dabei eine Orientierung sein – eine feste Schnittregel ist es nicht.
Und später im Sommer darf die Schere ruhig häufiger liegen bleiben: Aus verblühten Rosen können dann Hagebutten entstehen, die den Garten bis weit in den Winter bereichern. 🌹
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